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Warum hängt in der Kölner Kanalisation ein Kronleuchter?

© A.Savin, Wikimedia Commons

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Der Kronleuchtersaal

Der starke Bevölkerungsanstieg führte Ende des 19. Jahrhunderts zu einer Erweiterung der Kanalisation im preußischen Köln. Als Kernstück der modernen Anlage entstand unter dem Theodor-Heuss-Ring (ehemals Deutscher Ring) in den 1880er Jahren ein so genanntes „Regenentlastungsbauwerk“.

Für die festliche Einweihung des Bauwerks im Jahre 1890 wurden zur Ehre des Kaisers Wilhelm II in diesem Abschnitt des Abwassersystems zwei Kronleuchter mit je sechs Armen installiert. Sie gaben dem Saal ihren Namen. Der 4,60 Meter hohe Saal in der Kölner Kanalisation ist bis heute unverändert erhalten und gilt als bedeutendes Zeugnis einer großen Ingenieurplanung des 19.Jahrhunderts. Lediglich die verrotteten Kronleuchter wurden Ende der 1980er Jahre durch einen weiß gestrichenen elektrischen Kronleuchter ersetzt, der nur für diesen Zweck originalgetreu nachgebaut wurde.

© A.Savin, Wikimedia Commons

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Seit 2000 werden durch die Kölner Stadtentwässerungsbetriebe Führungen und Konzerte in dem Kronleuchtersaal angeboten. Dabei wird die besondere Akustik der drei einmündenden Kanalröhren sowie der angrenzenden Gewölberäume genutzt. Seit dem 24. Juni 2004 steht der Saal unter Denkmalschutz.


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